Magengeschwüre beim Pferd


Verfasst von : mindfulhorse Academy

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Magengeschwüre beim Pferd erkennen... und was kann ich dagegen tun?

Inhaltsverzeichnis:

1. Magengeschwüre beim Pferd erkennen

2. Wie funktioniert der Verdauungstrakt des Pferdes?

2.1 Wie äußern sich Magenprobleme beim Pferd?

2.2 Kann auch ein wildlebendes Pferd Magenprobleme bekommen?

2.3 Magenprobleme beim Pferd in der Pferdehaltung

3. Wie kann ich fütterungsbedingte Magengeschwüre beim Pferd verhindern?

4. Woran erkenne ich Magengeschwüre beim Pferd?

5. Heilen Magengeschwüre beim Pferd von alleine

6. Magengeschwür Pferd - durch Stress verursacht

6.1 Stressreduktion beim Pferd- was stresst Pferde wirklich?

6.2 Stressbedingte Magenprobleme beim Pferd- was kann ich tun?

6.3 Stress beim Pferd- bei wildlebenden Artgenossen

6.4 Nicht jede Art von Stress ist schädlich-Achtung vor Überbehütung!

6.5 Wann Stress auf den Magen schlägt- Magengeschwür beim Pferd

7. Schlechte (Rau)futterqualität kann beim Pferd Magenprobleme verursachen

7.1 Fütterungsvorschläge die sich bewährt haben, wenn das Pferd Magenprobleme hat

8. Magengeschwür Pferd behandeln- aber wie?

8.1 Medikamentengabe, wenn das Pferd Magengeschwüre hat

8.2 Phytotherapeutischer Ansatz zur Behandlung von Magengeschwüren beim Pferd

9. Magengeschwüre beim Pferd als Folgeerkrankung

10. Darf ich reiten, wenn bei meinem Pferd Magengeschwüre diagnostiziert wurden?

11. Wie kann ich mein Pferd bestmöglich unterstützen?

 1. Magengeschwüre beim Pferd erkennen

  • Woran erkenne ich, dass mein Pferd Magenprobleme hat, und was kann ich tun?
  • Kann ich vermeiden, dass mein Pferd Magengeschwüre bekommt und wenn ja, wie geht das?
  • Welche Anzeichen für Magenprobleme beim Pferd gibt es?
  • Mit welchem Futter kann ich Magengeschwüren beim Pferd vorbeugen?

Fragen über Fragen, aber eines ist klar: Magenprobleme beim Pferd sind ein großes Thema, welches den meisten Pferdebesitzern und Reitern zwar bekannt ist, trotzdem werden beim eigenen Pferd Magengeschwüre oft übersehen. Umso wichtiger ist es, sich darüber zu informieren und so Anzeichen für Magenprobleme rasch zu erkennen, oder diesen wirksam vorzubeugen.

2. Wie funktioniert der Verdauungstrakt des Pferdes?

Um besser zu verstehen, warum beim Pferd Magengeschwüre relativ häufig vorkommen, muss man einen Blick auf seinen Verdauungstrakt werfen. Pferde sind Dauerfresser, das bedeutet, ihr gesamter Verdauungstrakt ist darauf ausgerichtet, permanent Futter zu verdauen, welches in kleineren Mengen, dafür aber über lange Zeiträume, aufgenommen wird. Die grobstoffliche Nahrung benötigt eine ausreichende Menge an Verdauungssäften, um optimal aufgeschlossen und verdaut zu werden. 

Deshalb produziert der Magen permanent Magensäure. Kommt es zu längeren Unterbrechungen in der Futteraufnahme, greift die Magensäure, die eigentlich strukturreiches Futter aufspalten sollte, die Schleimhäute an, die den Magen auskleiden.

Das führt zu Entzündungen der Magenschleimhaut und langfristig zu den -vielfach unentdeckten- Magengeschwüren beim Pferd.

2.1 Wie äußern sich Magenprobleme beim Pferd?

Pferde sind Fluchttiere und das ist der Grund, warum sie selten Stimmlaute nutzen. Nur nichts anmerken lassen- lautet die Devise, denn angeschlagene Pferde sind leichte Beute und wären ein gefundenes Fressen für Wölfe und andere Raubtiere.

Hat ein Pferd Magengeschwüre leidet es still…

Nur wer die Pferdesprache beherrscht und sein Pferd gut kennt, wird eine Veränderung bemerken, wenn das Pferd Magenprobleme hat. Daher ist es wichtig, dass du präsent bist und einen achtsamen Umgang mit dem eigenen Pferd pflegst. Das beginnt bereits bei der Ankunft im Stall. Schon da können wir möglicherweise erste subtile Anzeichen bemerken, weil es vielleicht müde, lustlos oder gereizt wirkt.

2.2 Kann auch ein wildlebendes Pferd Magenprobleme bekommen?

Der Pferdemagen ist im Gegensatz zum Darm eher klein. Wildpferde sind in der Regel 12-18 Stunden mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Sie nehmen während dieses Zeitraumes immer wieder nur kleine Mengen an Nahrung auf, knabbern an einer Baumrinde, dann wieder an Ästen von Büschen und Bäumen, bewegen sich dann wieder ein Stückchen weiter, und nehmen erneut etwas Futter zu sich. Damit stillen sie ihr Kaubedürfnis, es macht sie satt und zufrieden.

Als Dauerfresser produzieren Pferde bis zu 35 Liter Magensäure innerhalb von 24 Stunden, dadurch kann die rohfaserreiche Nahrung gut verdaut werden. Dass in Ruhezeiten weiterhin Magensäure gebildet wird, stellt in der Natur kein großes Problem dar, weil Fresspausen selbst in der Nacht nur wenige Stunden betragen.

Der Speiseplan von Wildpferden ist vielfältig und reicht von Kräutern, Flechten und Blättern bis zu Zweigen, grobem Astmaterial und Baumrinden.Da rohfaserreiches  Raufutter einen langen Kauvorgang notwendig macht, wird eine große Menge an Speichel produziert, der die Magensäure verdünnt. Dementsprechend steigt der pH Wert im Magen an, die Säurewirkung wird abgepuffert und damit ein Säureangriff auf die Magenschleimhaut vermieden.

Aber auch Wildpferde sind nicht davor gefeit, Magenschleimhautentzündungen und infolgedessen Magengeschwüre zu bekommen.  Einer englischen Studie zufolge leiden auch Wildpferde an Magengeschwüren, jedoch zu einem weitaus geringeren Anteil, als es bei "Hauspferden" der Fall ist. 

 

2.3 Magenprobleme beim Pferd in der Pferdehaltung

In der Pferdehaltung sieht die Nahrungsaufnahme in den meisten Fällen anders aus, als bei den wildlebenden Artgenossen. Die Rauhfutterration wird auf nur zwei bis drei Futtergaben täglich aufgeteilt, meist handelt es sich um proteinreiche Weidegräser mit zu viel zu wenig Rohfaseranteil. 

Häufig nehmen die Pferde die Heuration zu schnell auf, weil die letzte Fütterung bereits Stunden zurückliegt, der Magen leer und der Hunger dementsprechend groß ist. Dann werden innerhalb kurzer Zeit hastig große Mengen an Heu verschlungen, welches viel zu wenig gekaut wird.

Kommt es fütterungsbedingt zu einem Magengeschwür beim Pferd, dann findet man die Entzündungen im vorderen Bereich des Magens. An der Eintrittspforte der Speiseröhre in den Magen ist der pH Wert deutlich höher und daher die Säurewirkung geringer.  Die schützende Schleimhautschicht, die diesen Bereich auskleidet, ist wesentlich dünner als im hinteren Teil. Bleibt der Magen über mehrere Stunden leer, gelangt die starke Säure, sobald sich das Pferd bewegt, über Muskelkontraktion, aus dem hinteren Abschnitt in den vorderen Teil des Magens. Die Schleimhaut kann diesem Säureangriff nicht standhalten,weil sie darauf nicht ausgelegt ist. Infolgedessen kommt es zu Entzündungen, die sich langfristig zu Magengeschwüren entwickeln können, wenn diese ungünstige Situation länger andauert.

3. Wie kann ich fütterungsbedingte Magengeschwüre beim Pferd verhindern?

In den meisten Ställen wird sehr wenig grobes Raufutter in Form von dünneren und dickeren Ästen, Rinden etc angeboten. Jedoch ist gerade der hohe Rohfaseranteil dieser groben Strukturen ein wichtiger Bestandteil in der Pferdefütterung und macht im Winter nahezu den gesamten Speiseplan eines Wildpferdes aus. Die Verdauung stellt sich während dieser Zeit auf strukturreiche Mahlzeiten ein. Das Mikrobiom im Darm verändert sich zugunsten der Verdauung ballaststoffreicher Nahrung.

Je höher der Ballaststoffgehalt des Futters, desto mehr Speichel produziert das Pferd zur Verdauung. Gleichermaßen  wichtig sind Ballaststoffe für das Mikrobiom im Darm, da sie für eine gesunde und ausgeglichene Darmflora  sorgen. Die mikrobielle Verdauung im Dickdarm ist von großer Bedeutung, weil das Pferd auf langsame, aber stetig verfügbare Energie angewiesen ist. Genau das wird durch die Fermentation der Ballaststoffe im Dickdarm erreicht. 

Wahrscheinlich fragst du dich jetzt, was du tun kannst, wenn dein Pferd in einem Einstellbetrieb steht, und du wenig Einfluss auf Fütterungszeiten und Portionsgrößen hast…

Dennoch ist es möglich, positive Veränderungen herbeizuführen, die auch nicht zwangsläufig mit einem hohen Kostenaufwand verbunden sein müssen. Allerdings wird ein klärendes Gespräch mit dem Stallbetreiber unumgänglich sein, vor allem wenn dein Pferd nicht alleine in einer Box steht.

Problemlösung:

Besorge Äste oder Teile von Baumstämmen von ungiftigen Bäumen und lege diese in den Paddock oder in die Box -that’s it- so einfach und so wirkungsvoll!

Aber achte bitte darauf, dass für alle Pferde genug Astmaterial vorhanden ist und es nicht zu einem Stressauslöser wird, wenn die Pferde darum kämpfen müssen!

4. Woran erkenne ich Magengeschwüre beim Pferd? 


Wenn du zu deinem Pferd fährst, ist es wichtig, dass du dir ausreichend Zeit nimmst, die du voll und ganz deinem Pferd widmest. Gedanken um den Job, oder das Hin-und Herwälzen von Problemen haben dabei nichts verloren. Erst wenn du den Kopf frei bekommst, kannst  du wirklich für dein Pferd da sein!


Achte nun darauf, ob du folgende Symptome bemerkst:

  • häufiges Gähnen 
  • Leerkauen
  • Gurtenzwang oder kitzelig am Bauch
  • deutlich verkürzte Schrittlänge der Vorhand, benötigt viel Zeit um “warmzulaufen”
  • Mundgeruch
  • Zähneknirschen
  • Aufstoßen
  • Reizbarkeit
  • schlechte Futteraufnahme (meiden uU grobstängeliges Futter (weil es zu Magenreizung führt)-> wenn sie es trotzdem fressen folgt ein Kotwasserschub)
  • Leerkauen
  • sie beginnen mit gutem Appetit zu fressen, unterbrechen dann aber relativ rasch die Futteraufnahme
  • nehmen Sand, Kot, oder Sägespäne auf (nur um irgendetwas im Magen zu haben und dadurch die Schmerzen zu verringern)
  • trinken nur ungern und daher zu wenig - vor allem wenn nur kaltes Wasser zur Verfügung steht
  • milde Koliken
  • Abmagerung
  • Apathie
  • schlechter Allgemeinzustand
  • ein massiver Wurmbefall wird festgestellt- auch das kann sich auf den Magen schlagen

5. Heilen Magengeschwüre beim Pferd von alleine?

Kleinere Magengeschwüre beim Pferd können von alleine ausheilen, wenn die auslösenden Umstände wegfallen. Das wird oftmals nach Stall- oder Herdenwechsel von Pferdebesitzern beschrieben, da sich entweder das Fütterungsmanagement ändert, oder andere Stressfaktoren wegfallen.

Doch was ist eigentlich der häufigste Auslöser für Magenprobleme beim Pferd bzw. wie entstehen Magengeschwüre beim Pferd?

6. Magengeschwür Pferd - durch Stress verursacht

Stress ist-neben einer falschen Fütterung- einer der häufigsten Ursachen-für ein Magengeschwür beim Pferd!

Das Problem von stressbedingten Magenproblemen beim Pferd liegt darin, dass wir oft gar nicht erkennen, wann unser Pferd gestresst ist, weil wir “Unarten” wie schlechte Laune, Bockigkeit usw. nicht als Folge von Stress erkennen. Zeigen Pferde auffällige Verhaltensweisen, müssen wir in Betracht ziehen, dass das Pferd unter Stress leidet oder stressbedingte Magenprobleme die Ursache sein könnten.

6.1 Stressreduktion beim Pferd- was stresst Pferde wirklich?

Stressauslösende Faktoren gibt es viele.....die häufigsten Stressoren sind:

  • Stress in der Herde durch eine falsche Herdenzusammenstellung. Ist die Zusammensetzung der Herde nicht optimal, findet die Futteraufnahme unter großem Stress statt, weil ranghöhere Tiere die Rangniedrigeren vom Heu vertreiben. 
  • Lange Futterpausen verursachen Stress: Pferde sind gestresst, wenn sie sehr hungrig sind, weil sie instinktiv spüren, dass es ihnen schadet. Großer Hunger bedeutet in der Natur Lebensgefahr, und das macht ihnen richtig Stress!
  • Stress durch Hängerfahrten, Turniere, hohe Leistungsanforderung (viele Untersuchungsergebnisse zeigen, dass bei Turnierpferden der Anteil magenkranker Pferde viel höher ist, da sie fast permanent unter Druck stehen und zahlreichen Stressereignissen ausgesetzt sind)
  • ein ungeliebter Boxennachbar und Gitterstäbe ohne Sichtschutz – Pferde halten zu anderen Pferden individuell sehr unterschiedliche Abstände ein, je nach Rang und Bedürfnis der einzelnen Pferde. Kann dieser Abstand aufgrund der Boxenhaltung ohne Sichtschutz nicht eingehalten werden, versetzt dieser Umstand ein Pferd in Dauerstress!
  • Isolation des Pferdes- Pferde brauchen eine Herde um sich sicher zu fühlen, hat es keinen Herdanschluss, ist Stress die Folge

6.2 Stressbedingte Magenprobleme beim Pferd- was kann ich tun?

Gehe die oben genannten Punkte durch und überlege, ob bei deinem Pferd Magenprobleme durch einen dieser Auslöser verursacht worden sein könnten.

Kommt das Magengeschwür bei deinem Pferd durch Stress zustande, wirst du nicht alles von heute auf morgen ändern können. Trotzdem ist es wichtig, die Ursachen, welche das Magengeschwür ausgelöst haben, herauszufinden und nach Lösungen zu suchen. 

Zuerst eines vorweg: Bereits kleine Verbesserungen sind hilfreich!

  • Herdenkontakt bzw Kontakt mit einem weiteren Pferd, zumindest für ein paar Stunden am Tag ermöglichen
  • Sichtschutz an den Gitterstäben zum Boxennachbarn
  • Reiten ohne Leistungsdruck (dabei geht es vor allem auch um dein eigenes mindset)
  • Äste und dickere Zweige in die Box bzw in den Auslauf legen, dann hat dein Pferd etwas zum Knabbern, damit tust du ihm einen großen Gefallen
  • Stress in der Herde: ein Herden- oder Stallwechsel sollte erwogen werden

6.3 Stress beim Pferd- bei wildlebenden Artgenossen

Nicht nur Hauspferde haben Stress. Durch Haaranalysen von Wildpferden weiß man mittlerweile, dass auch Wildpferde einem nicht unbeträchtlichen Stresslevel ausgesetzt sind.

Bei wildlebenden Pferden sind es hingegen gänzlich andere stressauslösende Faktoren, als in der Pferdehaltung. Ein gewichtiger Stressauslöser ist die Gefahr eines Angriffes durch Raubtiere. Bereits der Geruch eines Wolfsrudels, das vor kurzer Zeit vorbeigezogen ist, stresst ungemein und wenn tatsächlich ein Angriff passiert, geht es um Leben und Tod.

Schon unbekanntes Gelände oder enge Geländepassagen, die durchquert werden müssen, um von einem Futterplatz zum nächsten oder an Wasserstellen zu gelangen, versetzen Pferde aufgrund der Enge und damit der verringerten Fluchtmöglichkeit vor Raubtieren in Stress.

Auch jahreszeitlich oder geografisch bedingter Futtermangel (zB. Winter im kontinentalen Klima oder das Leben in kargen Wüstengebieten) verursacht Stress und lässt auch bei wildlebenden Pferden Magenprobleme entstehen.

6.4 Nicht jede Art von Stress ist schädlich-Achtung vor Überbehütung

Lässt man sein Pferd- im besten Glauben etwas Gutes zu tun- in einer möglichst reizarmen Umgebung aufwachsen, um es nicht unnötigem Lärm und Stress auszusetzen, führt dies leider oft zur gegenteiligen Wirkung als der Erhofften.

Diese Tiere reagieren mit Stressintoleranzen, sie werden überempfindlich gegenüber Außenreizen, bereits kleine Reize werden zum Auslöser von großem Stress.Ein gesunder Umgang mit Außenreizen setzt ein vernünftiges Maß an Gewöhnung voraus!

Bei Trainingseinheiten, und ganz allgemein, wenn das Pferd vor herausfordernde Situationen gestellt wird, die es zu bewältigen hat, entsteht Stress. Das richtige Ausmaß zu finden, in welchem es aufnahme- und lernbereit ist, und sich dann in Erholungspausen wieder regenerieren kann um das Gelernte zu verarbeiten und zu integrieren, ist die hohe Kunst, die den Unterschied zwischen positivem und negativem Stress ausmacht.

6.5 Wann Stress auf den Magen schlägt- Magengeschwür beim Pferd

Cortisol- die UPS and DOWNS – und was es bewirkt

Cortisol gilt als das Stresshormon schlechthin- ist das Pferd einer akuten Stresssituation ausgesetzt, steigt der Cortisolspiegel an und signalisiert dem Körper, dass er sämtliche verfügbare Energie für eine Flucht bereitstellt. Die Verdauung wird verlangsamt, die Produktion des Hormons Prostaglandin E unterbrochen. Prostaglandin E ist jedoch ein essentiell wichtiges Hormon für den Schutz des Pferdemagens, weil es entzündungshemmend wirkt, die Schleimproduktion fördert, sowie die Zellreparatur im Magen anregt und dadurch die Regeneration der Magenschleimhaut initiiert.

Finden Stressreaktionen häufiger statt, wird die Magenschleimhaut nicht mehr so gut durchblutet, was vor allem im hinteren,sehr sauren Bereich des Magens problematisch ist. Die Schleimhaut wird dünner und ist folglich nicht mehr ausreichend vor Magensäure geschützt. Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre beim Pferd sind die Folge.

Dauerstress und Cortisol

Ist das Pferd aufgrund der Haltungsbedingungen, Isolation und/oder Fütterung (meist dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren) Dauerstress ausgesetzt, fällt der Cortisolspiegel stark ab. Das widerspricht scheinbar der Tatsache, dass Cortisol als Stresshormon bei Dauerstress eigentlich stark erhöht sein müsste. In mehreren Studien, unter anderem einer französischen Studie an Reitschulpferden, die in Boxenhaltung leben, hat gezeigt, dass diese außergewöhnlich niedrige Cortisol Werte aufwiesen, obwohl sie starke Anzeichen von mangelndem Wohlbefinden zeigten, wie angelegte Ohren, Rückenprobleme, Blutarmut usw......

Zusammenbruch des Stresssystems

Die Wissenschaftler begründen dieses Phänomen mit dem Zusammenbruch des Stresssystem, der dann eintritt, wenn Pferde über einen langen Zeitraum intensivem Stress ausgesetzt sind. Das bedeutet, dass das Stressbewältigungssystem des Körpers zwar optimal für kurzzeitige Stressereignisse gerüstet ist, hingegen nicht auf die Verarbeitung von langanhaltendem Dauerstress. Niedrige Cortisolwerte führen zur Abstumpfung, Teilnahmslosigkeit und Depression, was man oft bei Reitschulpferden beobachten kann.

7.Schlechte (Rauh)futterqualität kann beim Pferd Magenprobleme verursachen

Heu von guter Qualität zu finden, stellt vor allem in “schlechten Heujahren” eine große Herausforderung dar. Dementsprechend findet sich in den Futterkrippen vieler Ställe mindere Heuqualität und mit Schimmelpilzen verunreinigtes Futter. Pferde sind nicht dazu in der Lage, verdorbenes, giftiges oder verunreinigtes Futter zu erbrechen, es verbleibt im Organismus. Das kann, genauso wie hastiges Hinunterschlingen der Futterrationen, zu Magenproblemen beim Pferd führen.

  

 

Tipp: Bleib während der Pferdefütterung im Stall und achte insbesondere darauf:

> Wie ist die Heuqualität?

> Staubt das Heu stark, riecht es muffig, oder schimmelig?

> Wie ist die Farbe des Heus?

> Ist es eher klumpig oder fällt es schon locker in die Heuraufe?

Im Optimalfall ist es schön grün,locker, stängelig und duftet nach Kräutern 🙂

  

Beobachte auch den Fütterungsablauf:

> Ist die Fütterung mit viel Stress für dein Pferd verbunden?

> Frisst es hastig, bzw schlingt das Futter hinunter?

> Hast du das Gefühl, dass dein Pferd schon einen Bärenhunger hat, wenn die Fütterung stattfindet?

> Wenn es in einer Herde im Offenstall  lebt, wie oft wird es von ranghöheren Pferden vertrieben?

> Wie lange benötigt dein Pferd, um die gesamte Ration zu vertilgen? (je länger, desto besser….)

7.1 Fütterungsvorschläge die sich bewährt haben, wenn das Pferd Magenprobleme hat

  • Flohsamen (kurweise gefüttert- die Schleimstoffe der Flohsamen bilden ein zähes Gel, welches sich schützend über die Magenschleimhaut legt)
  • qualitativ hochwertiges Heu (ohne Schimmel)
  • Grasen regt die Speichelproduktion an und lindert Stressymptome (kein stark gedüngtes oder sehr junges Gras)
  • Leinsamen gekocht
  • Kräutermischungen (speziell für magenkranke Pferde)
  • wenn Getreide notwendig erscheint, dann qualitativ hochwertigen Hafer in geringen Mengen und immer erst nach der Heugabe verfüttern!

Nicht nur wenn es um Magengeschwüre beim Pferd geht, ist Pferdefütterung ein heiß diskutiertes Thema- viele Unwahrheiten oder Halbwahrheiten werden im Internet verbreitet und dienen vor allem einem Ziel - der Umsatzsteigerung zahlreicher Futtermittelhersteller.

Dieser heiß umkämpfte Markt wird mit pseudowissenschaftlichen Studien gefüttert, die von eben diesen Futtermittelherstellern finanziert werden………

Die Ergebnisse sind deshalb oft mehr als fraglich…

8. Magengeschwür Pferd behandeln- aber wie?

8.1 Medikamentengabe, wenn das Pferd Magengeschwüre hat:

Protonenpumpenhemmer: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich!

Protonenpumpenhemmer reduzieren die Magensäurebildung, und geben dem Geschwür damit die Möglichkeit rasch abzuheilen. Das behebt allerdings nur das Symptom und nicht die Ursache!


Wiederkehrende Magengeschwüre beim Pferd:

  • Geht man nicht auf Ursachensuche und beseitigt diese, wird es nicht allzu lange dauern, bis sich wieder ein Magengeschwür beim Pferd zeigt. 

    Zudem muss mit dem Einsatz dieses Medikamentes sehr bedacht umgegangen werden, denn die Reduktion der Magensäure hat Nebenwirkungen!

    Die Aufgabe der Magensäure ist neben der Aufschlüsselung der Nahrung das Abtöten von schädigenden Keimen. Können diese nicht ausreichend abgetötet werden, weil der pH-Wert des Magens zu hoch ist, können diese Keime das Darmmilieu in ein Ungleichgewicht bringen und zu einer entzündlichen Darmerkrankung führen!

  • Generell können Medikamente schädliche Auswirkungen auf die Magenschleimhaut haben. Vor allem bei bereits bekannten Magenproblemen ist diesbezüglich Vorsicht geboten!

8.2 Phytotherapeutischer Ansatz zur Behandlung von Magengeschwüren beim Pferd

Flohsamen (Psyllium):

Flohsamen enthalten Arabinose- und Xylose-haltige Polysaccharide. Diese bilden mit Wasser ein zähes Gel und legen sich schützend auf die Magenschleimhaut, ähnlich wie ein Film. Dadurch reduzieren sie den direkten Kontakt von Magensäure mit der empfindlichen Schleimhaut (v. a. im drüsenlosen Teil des Pferdemagens). Weiters enthalten sie Mucopolysaccharide, die als Bestandteil von Schleimstoffen ein feuchtes, gleitfähiges Milieu fördern und die Barrierefunktion der Magenschleimhaut unterstützen. Die in den Flohsamen enthaltenen Pentosane wirken reizlindernd und entzündungshemmend.

Ein zusätzlicher positiver Effekt der Flohsamen ist neben der Pufferwirkung (durch das Binden von überschüssiger Säure), der Einfluss auf die Verlangsamung der Magenentleerung, dadurch wird die empfindliche Magenschleimhaut vor der Wirkung der Magensäure geschützt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Gabe von Flohsamen kann den Heilungsprozess unterstützen – eine Wirkung, die inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Flohsamen (Psyllium):

Die rasche Hilfe für einen gesunden Verdauungsapparat –

Einfach gesund in Premium-Qualität.

Maytenus ilicifolia:

Um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, kann man als Alternative zu herkömmlichen Protonenpumpenhemmern, die Behandlung mit dieser phytotherapeutischen Arznei in Betracht ziehen! Diese Pflanze stammt aus der Gruppe der Spindelbaumgewächse und ist in Südamerika beheimatet, wo sie traditionell zur Behandlung von Magengeschwüren eingesetzt wird. Sie ist reich an Flavonoiden und Triterpenen, die nachweislich die Magenschleimhaut schützen. Sie fördern die Prostaglandinproduktion (Prostaglandine sind für die Bildung und Reparatur der Magenschleimhaut verantwortlich), verringern die Produktion von Magensäure, und bewirken eine vermehrte Schleimbildung der Magenschleimhaut. Weiters wirken sie entzündungshemmend, schmerzlindernd und bilden eine Schutzschicht über der Magenschleimhaut. 

Käsepappeltee (= Malventee)

Die Käsepappel oder auch Malve ist eine Heilpflanze, die bereits seit der Antike bekannt ist. Sie ist reich an Schleimstoffen, Flavonoiden und Antioxidantien. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung wird sie schon lange im naturheilkundlichen Bereich ua zur Behandlung von entzündlichen Magen- Darmerkrankungen eingesetzt. Die in der Pflanze enthaltenen Schleimstoffe bilden eine Schutzschicht über der angegriffenen oder entzündeten Schleimhaut, dadurch werden Schleimhautreizungen gemildert.

Wie verabreicht man Malventee?

Idealerweise wird ein Kaltauszug aus den Blättern, Blüten und Samen der Pflanze hergestellt, dadurch bleiben alle positiven, heilenden Eigenschaften der Pflanze erhalten.

Zubereitung: 

Pro Tasse Wasser nimmt man 1-2 EL der Kräuter, und lässt diese 8-12 h (maximal 24h) im kalten Wasser ziehen. Danach kann man  zB ein paar Heu- oder Esparsettecobs darin einweichen und alles zusammen als Brei verfüttern oder den Auszug, im Winter auch leicht angewärmt, dem Pferd zu trinken geben.

Kurkuma

Aufgrund der stark entzündungshemmenden Wirkung von Kurkuma wird das gelbe Pulver, welches aus Indien stammt und dort bei verschiedensten Erkrankungen Anwendung findet, ebenso bei entzündlichen Erkrankungen des Magen- Darmtraktes des Pferdes eingesetzt. Wichtig ist, es immer zusammen mit Öl zu verabreichen, damit sich die Wirkung, mangels Wasserlöslichkeit von Curcuma, überhaupt erst entfalten kann. Kurkuma wird rasch aufgenommen, und schnell wieder ausgeschieden, daher ist es sinnvoll, es mehrmals täglich zu verabreichen. Kurkuma kann auch vorbeugend eingesetzt werden.

9. Magengeschwüre beim Pferd als Folgeerkrankung

Wenn das Pferd Magenprobleme hat und man andere mögliche Ursachen-wie oben bereits beschrieben- ausschließen kann, muss man tiefer graben.

Oft werden Magengeschwüre beim Pferd, vor allem wenn sie chronisch auftreten, mit anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Wurzel des Problems liegt dann vorerst nicht im Pferdemagen, sondern in anderen Grunderkrankungen zB des Bewegungsapparates.

Möglicherweise bestehen weitere Erkrankungen bereits seit geraumer Zeit und blieben bis dato unerkannt, wie zB. kissing spines, Huferkrankungen, Arthrose, schwere Muskelverspannungen usw. 

Die Schmerzen, die durch die Grunderkrankung über einen langen Zeitraum bestehen und von vielen Pferden still geduldet und durchlitten werden, kommen als Auslöser von Magenproblemen beim Pferd in Betracht. Dann hat die Behandlung der Grunderkrankung oberste Priorität, um beim Pferd Magengeschwüre ebenfalls in den Griff zu bekommen!

10. Darf ich reiten, wenn bei meinem Pferd Magengeschwüre diagnostiziert wurden?

Hier gehen die Meinungen auseinander, weil Bewegung für das Pferd einerseits wichtig und gesund ist, andererseits verursacht ein Magengeschwür beim Pferd Schmerzen. Daher kann man nur individuell und idealerweise unter Absprache mit einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt eine bewusste Entscheidung für sein Pferd treffen, die das höchste Wohl des Pferdes im Blick hat. Unter Umständen kann Bewegung in Maßen vielleicht doch die bessere Alternative sein, vor allem wenn das Pferd ohnehin aufgrund von Boxenhaltung unter Bewegungsmangel leidet.

11. Wie kann ich mein Pferd bestmöglich unterstützen?

Mineralien in seiner natürlichen Form verfüttern

Der Stoffwechsel eines Pferdes kann in natürlicher Form vorliegende Nährstoffe wie zB. Mineralien und Vitamine wesentlich besser verwerten, als künstliche Substanzen. Künstlich hergestellte Mineralien und Vitamine werden vom Pferdekörper oft nicht erkannt und zwangsaufgenommen, und können zu großen Schäden führen, weil sich der Körper nicht auf dem natürlichen Weg davon befreien kann, wenn er sie nicht erkennt!

Weniger(Chemie) ist mehr! 

Wollen wir das Pferd ganzheitlich auf seinem Weg in eine gesunde  Zukunft unterstützen, ist es wichtig, so viel wie möglich an synthetisch hergestellten Substanzen zu meiden. Flohsamen unterstützen die Magengesundheit zu 100 Prozent natürlich, ganz ohne chemische Zusatzstoffe!

Die Superkraft der Flohsamen:


In diesen kleinen Samen steckt eine enorme Wirkung, denn sie bilden nicht nur Schleimstoffe, welche die natürliche Darmaktivität der Pferde unterstützen. Ihre enorme Quelleigenschaft unterstützt den Abtransport von ungewolltem Sand im Pferdedarm. 

Gerade Pferde welche auf abgeweideten Wiesen stehen oder Heu von sandigen Paddocks aufsammeln, nehmen ungewollt Sand zu sich. Dieser Sand kann im schlimmsten Fall zu einer Verstopfung (oder auch Sandkolik genannt) führen. 

Die Flohsamen in Lucky Belly akut bestehen aus:


Hauptbestandteile:

  • Schleimstoffe (lösliche Ballaststoffe)
    > ca. 70–80 %
    > quellen stark in Wasser auf und bilden ein Gel (gut für Verdauung)
  • Unlösliche Ballaststoffe
    > unterstützen die Darmbewegung
  • Eiweiß (Protein)
    > in kleinen Mengen

Weitere Bestandteile:

Mineralstoffe


  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • Eisen

Gesunde Ballaststoffe als Futter für die guten Darmbakterien 

Darmbakterien ernähren sich von Ballaststoffen, und genau dieses wichtige Bakterienfutter ist in Lucky Belly akut enthalten, damit die guten Bakterienstämme wachsen und sich vermehren können!

Ein gut funktionierendes Darmmikrobiom ist die beste Basis für die (Magen)Gesundheit deines Pferdes!

Kurweise angewendet für eine gesunde Verdauung – hoch verträglich!

So einfach und so gut in Premium-Qualität.

FAQ - Du hast noch offene Fragen?

Wenn bei meinem Pferd Magenprobleme schon sehr lange ein Thema sind, hilft Lucky Belly akut trotzdem? 

Umso wichtiger ist es, das Pferd mit natürlichen Futtermitteln wie Flohsamen zu unterstützen, damit man die Magenprobleme beim Pferd in den Griff bekommt

Wenn beim Pferd Magenprobleme nur selten auftreten, soll ich Lucky Belly trotzdem kurweise füttern?

Lucky Belly akut kann nicht nur helfen, die Magengeschwüre beim Pferd in den Griff zu bekommen, sondern mit seinen Ballaststoffen unterstützt es das Darmikrobiom und damit auf natürliche Weise das gesamte Immunsystem des Pferdes. 

Wenn bei meinem Pferd Magengeschwüre kein Thema sind, soll ich dann trotzdem Lucky Belly kurweise füttern?

Nicht nur Magenprobleme beim Pferd können durch Flohsamen entlastet werden, sondern auch wenn dein Pferd Sandkolik  oder generell öfter Probleme mit dem Darm hat, kann lucky belly akut unterstützen. Zudem ist das Immunsystem unserer Pferde  in der heutigen Zeit hohen Belastungen ausgesetzt, und gerade dann ist es wichtig auf die Darmgesundheit zu achten. Weil lucky belly akut das Darmmikrobiom gut unterstützt, ist es daher auch anzuraten, wenn Magengeschwüre beim Pferd kein Thema sind.

Können Magenprobleme bei Pferden nicht auch saisonal bedingt sein, weil die Futterqualität in der Winterzeit oft schlechter ist bzw kein Weidegang und dadurch eingeschränkte Fütterungszeiten Realität sind?

Ja, das ist richtig. Gerade dann wenn die Magenprobleme beim Pferd schon absehbar sind kann man gut schon im Vorfeld mit Lucky belly akut unterstützen.

Magengeschwüre beim Pferd kann ja viele Ursachen haben, kann Lucky Belly akut immer helfen?

Das ist richtig, Magengeschwüre beim Pferd können verschiedene Ursachen haben. Aber unabhängig von den möglichen Ursachen, unterstützen Flohsamen indem sie Futter für die guten Darmbakterien sind und dadurch das Immunsystem stärken

Wenn Magenprobleme bei Pferden innerhalb einer Herde vermehrt auftreten, liegt es dann am Futter?

Das ist tatsächlich häufig der Fall, aber es kann auch der Stress in der Herde aufgrund eines neuen Herdenmitgliedes, weniger Platz, höhere Lärmbelastung, verkeimtes Trinkwasser usw ursächlich sein. Um die Magenproblemen bei Pferden in den Griff zu bekommen, muss man dann auf Ursachensuche gehen.

Wenn mein Pferd Magenprobleme durch den Umzug in einen neuen Stall gelöst hat, soll ich es dann trotzdem mit lucky belly akut unterstützen?

Auch wenn die Magenprobleme beim Pferd bereits überwunden sind, kann lucky belly akut dein Pferd gesundheitlich unterstützen, um im Darm Dysbalancen vorzubeugen.

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