Kräuter für Pferde- Tradition trifft Zukunft


Verfasst von : mindfulhorse Academy

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Kräuter für Pferde: Natürliche Unterstützung für dein Pferd

Inhaltsverzeichnis:

1. Kräuter für PferdeText: Natürliche Unterstützung mit Tradition in die Zukunft

Die Fütterung und Gesunderhaltung von Pferden erlebt seit einigen Jahren einen deutlichen Wandel. Zunehmend hinterfragen Pferdebesitzer klassische Fütterungs- und Behandlungsmethoden und wenden sich verstärkt natürlichen Alternativen zu. Ein zentrales Thema sind Kräuter für Pferde – ein Bereich, der tief in der Geschichte verwurzelt ist und heute aktueller erscheint denn je.

2. Phytotherapie im Fokus: Traditionelles Wissen trifft auf moderne Zeit

Die Anwendung von Kräutern bei Pferden ist keineswegs nur ein moderner Trend. Schon in der Antike und im Mittelalter wurden Heilpflanzen gezielt zur Unterstützung der Gesundheit eingesetzt. Gelehrte und Heiler verfügten über ein umfangreiches Wissen von der Wirkung und Anwendung von Pflanzen.

Die Verwendung von Heilpflanzen reicht bis in die frühesten Hochkulturen zurück. Schon vor über 4.000 Jahren wurden Kräuter gezielt zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. 

Dieses Wissen wurde zunächst mündlich weitergegeben, bevor es systematisch dokumentiert wurde. Bereits im 16. Jahrhundert stellte der chinesische Gelehrte Li Shizhen in seinem Werk mehr als 12.000 Behandlungsanleitungen zusammen, in denen 1.074 pflanzliche Substanzen Verwendung fanden.

Im Laufe der Geschichte entwickelten verschiedene Kulturen umfangreiche Lehren über die Pflanzenheilkunde:

  • Antike Gelehrte begannen, Pflanzen zu klassifizieren und ihre Wirkung zu beschreiben

  • Mittelalterliche Klöster bewahrten und erweiterten dieses Wissen
  • Kräuterbücher ermöglichten es, das Wissen über Heilpflanzen erstmals einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen
Ein Blumenstrauss mit dem Text das Kräuterwissen schon über Jahrhunderte praktiziert wird

3. Kräuter fürs Pferd- warum der Trend eindeutig in diese Richtung geht 

Immer mehr Pferdebesitzer entscheiden sich heute für alternative Heilmethoden – und das aus gutem Grund. Medikamente zeigen kaum mehr Wirkung, oder nur kurzfristig und diese gehen oft mit verschiedenen Nebenwirkungen einher. Das führt zu einer wachsenden Skepsis gegenüber rein chemisch-medikamentösen Behandlungen, wodurch die Phytotherapie beim Pferd eine echte Renaissance erlebt.

4. Vom Naturheilmittel zur Chemie – und zurück

Mit dem Aufstieg der modernen Medizin veränderten sich die Behandlungsweisen grundlegend. Der Fokus verlagerte sich auf isolierte Wirkstoffe und synthetische Medikamente. Besonders Antibiotika, aber auch andere pharmazeutische Entwicklungen verdrängten die Verabreichung von Pflanzen zunehmend- die Pflanzenheilkunde verlor immer mehr an Bedeutung.

In der Folge entfernten wir uns vom ursprünglichen Weg, verstärkt durch ein Narrativ der Pharmaindustrie, das die rasche Eindämmung und Beseitigung von Schmerzen und anderen Symptomen in den Vordergrund stellt. Wie wir heute wissen, ist die Behandlung von Symptomen meist nur eine kurzfristige Lösung.

Getreu dem Motto: “Die Erfindung von heute, ist das Problem von morgen” brachte dieser Wandel neue Herausforderungen mit sich


  • Nebenwirkungen und (Über)Belastung des Organismus und der Entgiftungsorgane
  • zunehmende Resistenzen
  • reine Symptombehandlung statt Ursachenforschung und -behandlung

Doch es findet ein Umdenken statt. Intuitiv spüren wir, dass nachhaltige Gesundheit mehr erfordert als kurzfristige Ansätze und suchen nach neuen Wegen.

5. Was unsere Pferde krank macht – und wie Kräuter Pferden helfen können

Pferde sind von Natur aus Pflanzenfresser, das bedeutet, sie brauchen mehr als nur Gräser!  Der natürliche Speiseplan besteht neben den Gräsern aus Kräutern, Blättern, Rinden, Blüten und Wurzeln.  Diese Vielfalt ermöglicht eine natürliche Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen und Mineralien, welche für Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem essenziell sind.

Pferde, die in freier Wildbahn leben, haben die Möglichkeit, sich ihre Nahrung selbst auszuwählen. Instinktiv suchen sie Kräuter und Pflanzen gezielt aus, die ihrem aktuellen Bedarf entsprechen – sei es zur Verdauungsförderung, zur Stärkung des Immunsystems oder zur Regeneration.

In der modernen Pferdehaltung fehlt diese Vielfalt jedoch häufig, was zu verschiedensten gesundheitlichen Problemen führt:

Mangelnde Artenvielfalt im Heu:

Intensiv bewirtschaftete Wiesen enthalten oft nur wenige Pflanzenarten, kräuterreiche Flächen sind selten geworden. Viele Wiesen enthalten nur mehr rund sechs Pflanzenarten und in den meisten Fällen sind alle sechs Gräserarten. Vor 50 Jahren waren es noch um die 50 verschiedene Pflanzenarten (nicht nur Gräser), daher fehlen wichtige Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Infolgedessen kommt es zu einer Mangelernährung, die den Pferden langfristig schadet.

Einseitige Ernährung:

Proteinreiches und rohfaserarmes Heu, Müslimischungen und Pellets- also industriell hergestelltes Futter- entsprechen nicht dem natürlichen Speiseplan eines Pferdes. Künstliche Vitamine und Mineralstoffe schaden oft mehr als sie nutzen. Diese chemischen Verbindungen werden vom Körper nicht erkannt, weil sie sich vom Original unterscheiden und werden vom Organismus unerkannt einfach aufgenommen. Einmal resorbiert wird der Pferdekörper sie schwer wieder los, weil er die chemische Struktur nicht zuordnen und sie deshalb nicht als ungeeignet aussortieren kann. Gesundheitliche Probleme sind dadurch häufig vorprogrammiert.

Falsches oder zu wenig Raufutter:

Früher war die Fütterung karger und einfacher. Bedauerlicherweise wurde sie mehr und mehr durch Hochleistungsgräser ersetzt, die den Pferden als tägliche Heuration angeboten werden. Diese sind als Grundfutter jedoch denkbar ungeeignet, weil sie zu proteinreich sind und einen viel zu geringen Rohfaseranteil enthalten. Das führt dazu, dass auch bei Pferden Wohlstandskrankheiten auf dem Vormarsch sind.

Stark zuckerhaltige Gräser:

Das Gras auf der Weide weist aufgrund von übermäßiger Düngung sowie Stressfaktoren wie kühlen Nächten und intensiver Sonneneinstrahlung häufig einen sehr hohen Zuckergehalt auf. Dies kann Krankheiten wie Hufrehe sowie Übergewicht begünstigen, was wiederum das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie EMS und Cushing erhöht.

Stress und Bewegungsmangel:

Stress und Bewegungsmangel:

Stressauslösende Faktoren gibt es in der Pferdehaltung viele. Von der Boxenhaltung bis zum Turnierstress, schlechte Haltungsbedingungen, ein hohes Maß an Lärm und Reizüberflutung etc belasten den Körper und das Immunsystem zusätzlich.

Übermäßiger Medikamenteneinsatz

Heutzutage wird mit dem Einsatz von Medikamenten sehr sorglos umgegangen, obwohl man weiß, dass diese chemischen Präparate oft nur kurzfristig Symptome lindern und den Organismus zusätzlich belasten. 

6. Kräuter für Pferde als natürliche Unterstützung

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen!

(Sebastian Kneipp)

Kräuter sind weit mehr als nur eine Ergänzung im Futtertrog – sie sind ein wertvoller Bestandteil einer ganzheitlichen Pferdegesundheit. Sie helfen, die negativen Folgen der modernen Fütterung auszugleichen und bieten eine sanfte, natürliche Alternative und ergänzende Unterstützung zu Medikamenten.

Kräuter für Pferde optimieren daher nicht nur das Futter, durch ihre gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe entfalten sie ihre heilsame Wirkung auch im Rahmen einer Kräuterapotheke.

Eine gut zusammengestellte Kräuterapotheke ermöglicht es:

  • Verdauung und Stoffwechsel zu regulieren

  • Immunsystem zu stärken

  • Beschwerden selbstständig zu unterstützen, z. B. bei Magen-Darm-Problemen, Husten oder Hautproblemen

  • defizitäre Nährstoffe auszugleichen, die durch Heumangel oder einseitige Ernährung entstehen

Vorteile einer Kräuterapotheke fürs Pferd

Eine individuell zusammengestellte Kräuterapotheke für Pferde eröffnet die Möglichkeit, gezielt auf die spezifischen Bedürfnisse des Tieres einzugehen. Anders als bei standardisierten Mischungen lassen sich Heilpflanzen passgenau auswählen – orientiert an Alter, Gesundheitszustand, Belastung und Symptomatik.

Entdecke einfach umsetzbare Tipps für mehr Wohlbefinden deines Pferdes – klar strukturiert, Schritt für Schritt erklärt, 100 % natürlich und praxiserprobt

Kreiere deine persönliche Kräuterapotheke – liebevoll abgestimmt auf dich und die Bedürfnisse deines Pferdes. Für mehr Verständnis, Vertrauen und Gesundheit auf eurem gemeinsamen Weg.

7. Alles Geschmackssache- Das Problem mit dem Geschmack, und wie wir es lösen können


Der Geschmackssinn des Pferdes ist von Natur aus erstaunlich fein ausgeprägt und darauf ausgelegt, zwischen bekömmlicher und potenziell schädlicher Nahrung zu unterscheiden. 

In freier Wildbahn nimmt das Pferd täglich eine große Vielfalt an Gräsern, Kräutern und Pflanzen auf. Dabei entwickelt es nicht nur ein sensibles Gespür für unterschiedliche Geschmacksrichtungen wie süß, bitter oder herb, es ist auch ein enges Zusammenspiel zwischen Geschmack, Geruch und Erfahrung. Diese Vielfalt „trainiert“ den Geschmackssinn und ermöglicht es dem Pferd, aus einem breiten Angebot intuitiv zu wählen.

Mit der modernen Fütterung hat sich dieses natürliche Verhalten jedoch deutlich verändert. Heu aus artenarmen Wiesen, standardisierte Futtermittel und der Einsatz zuckerreicher Komponenten führen dazu, dass das Geschmacksspektrum vieler Pferde heute deutlich eingeschränkt ist. Besonders bittere oder intensive Aromen – wie sie in vielen wertvollen Kräutern vorkommen – sind für viele Pferde zunächst ungewohnt. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Geschmackssinn verloren gegangen ist, sondern vielmehr, dass er weniger gefordert und falsch geprägt wurde.

Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Fütterungs- und Verhaltensforschung zeigen, dass Pferde stark durch Erfahrung lernen. Was sie in frühen Jahren kennenlernen, wird als „fressbar“ abgespeichert – Unbekanntes hingegen oft zunächst gemieden. 

Genau hier setzen Kräuter an: Sie erweitern nicht nur den Speiseplan, sondern sprechen den ursprünglichen, vielseitigen Geschmackssinn wieder an. Durch ihre natürlichen Bitterstoffe, ätherischen Öle und sekundären Pflanzenstoffe bringen sie verloren geglaubte Geschmacksreize zurück und fördern eine differenzierte Futterwahrnehmung.

So können Kräuter Pferde wieder näher an ihr ursprüngliches Fressverhalten heranführen. Sie aktivieren die Sinne, regen die natürlichen Regulationsmechanismen im Körper an und unterstützen das Pferd dabei, wieder bewusster und vielfältiger zu fressen. Der Geschmack wird damit nicht nur zum Genuss, sondern auch zu einem wichtigen Schlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden.

8. Wirkungsweisen von Kräutern bei Pferden

Kräuter für Pferde können auf vielfältige Weise eingesetzt werden. Je nach Pflanze entfalten sie unterschiedliche Wirkungen!


Als Naturheilmittel für Pferde unterstützt es:

  • Förderung der Darmtätigkeit

  • Stabilisierung der Darmflora
  • Linderung von Blähungen
  • Stärkung des Immunsystems
  • Aktivierung körpereigener Abwehrkräfte

  • Unterstützung bei Infektanfälligkeit

  • Schleimlösende Eigenschaften

  • Beruhigung gereizter Atemwege

  • Förderung des Fellwechsels

  • Unterstützung bei Hautproblemen

  • Stoffwechsel und Entgiftung

  • Anregung von Leber und Nieren

  • Unterstützung beim Abtransport von Stoffwechselprodukten

  • Nervensystem: Beruhigende Wirkung bei Stress und Nervosität

Unabhängig von den damit verbundenen Vorteilen, ist Folgendes zu beachten, wenn man seinem Pferd Kräuter verabreicht:

  • Nicht jedes Kraut ist für jedes Pferd geeignet

  • Qualität der Kräuter ist entscheidend

  • Grenzen und Verantwortung

  • Dosierung und Kombination müssen stimmen

Bitte beachte: Auch wenn Kräuter für Pferde viele Vorteile bieten, ersetzen sie nicht in jedem Fall eine tierärztliche Behandlung. Besonders bei akuten oder schweren Erkrankungen ist fachkundige Hilfe unerlässlich!

Zurück zur Natur – mit Wissen und Verantwortung!

  • Ein bewusster Umgang ist entscheidend
  • gezielte Auswahl statt wahlloser Mischung
  • kurweise Anwendung statt Dauerfütterung
  • Beobachtung der individuellen Reaktion des Pferdes


Zusammenfassend kann man festhalten: 

Kräuter für Pferde sind weit mehr als ein Trend. Sie sind ein wichtiger Baustein für eine artgerechte, natürliche Pferdehaltung und ganzheitliche Pferdegesundheit.

9. One size fits all- Heilkräuter fürs Pferd mit Bedacht anwenden

Ein pauschaler „One-size-fits-all“-Ansatz wird der Individualität der Pferde nicht immer gerecht. Was für ein Pferd unterstützend wirkt, kann für ein anderes weniger sinnvoll oder im ungünstigen Fall sogar belastend sein – insbesondere bei empfindlichen Pferden oder bei bereits bestehenden Problemen.


Mehre Pferde fressen Kräuter aus Säcken

Deshalb kann es hilfreich sein, fertige Mischungen eher als Grundlage oder Orientierung zu sehen und bei Bedarf individuell anzupassen. Eine gezielte Auswahl einzelner Kräuter oder eine auf das jeweilige Pferd abgestimmte Mischung ermöglicht oft eine deutlich präzisere und nachhaltigere Unterstützung.

Mit Blick auf das einzelne Pferd und seine ganz individuellen Bedürfnisse lassen sich die Vorteile von Kräutern optimal nutzen! 

10. Die wichtigsten Heilkräuter für Pferde 

Kamilleblüten in der Wiese

Kamille (Matricaria chamomilla) – Beruhigt Verdauung und Haut

Deutscher Name: Echte Kamille

Lateinischer Name: Matricaria chamomilla (Asteraceae)

Herkunft & Vorkommen:

Ursprünglich aus Süd- und Osteuropa stammend, wächst sie heute wild auf Wiesen, Feldern und an Wegesrändern und ist in ganz Europa verbreitet. Kultiviert für Heilzwecke wird sie vor allem in Deutschland, Frankreich und Polen. Die Kamille bevorzugt sonnige, durchlässige Böden.

  

 

Traditionelle Verwendung

Seit der Antike wird sie als Heilmittel genutzt: innerlich gegen Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfe, Blähungen, Fieber und Erkältungen; äußerlich bei Hautproblemen, Entzündungen und Wunden. Bereits Hildegard von Bingen beschrieb Kamille als „heilkräftig für Leib und Seele“.


Wissenschaftlich belegte Wirkung 

Ätherische Öle (u.a. Chamazulen, Bisabolol), Flavonoide und Sesquiterpenlactone.

Wirkt entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell, wundheilungsfördernd und beruhigend. Unterstützt Verdauung, Schleimhäute und Haut.


Ernte & Lagerung:

  • Pflanzenteile: Blütenköpfe
  • Erntezeit: Juni bis August, während der vollen Blüte
  • Erntehinweis: Nur unbeschädigte, vollständig geöffnete Blüten verwenden
  • Lagerung: Schonend bei max. 40°C trocknen, dunkel und luftdicht lagern
  • Vermeiden: Feuchte Lagerung, verschimmelte oder vergilbte Blüten

Anwendung bei Pferden

  • Als Tee über das Futter oder äußerlich als Umschlag
  • Lindert Magen-Darm-Beschwerden, beruhigt gereizte Schleimhäute
  • Äußerlich bei Hautreizungen, kleinen Wunden, Insektenstichen
  • Dosierung: 20–40 g getrocknete Blüten pro Tag für ein durchschnittliches Pferd

Achtung / Vermeiden

  • Gut verträglich, kaum Nebenwirkungen bekannt
  • Nur frische oder schonend getrocknete Blüten verwenden
  • Bei schweren Verdauungsproblemen oder größeren Wunden Tierarzt konsultieren

Verwechslungsgefahr:

Die echte Kamille kann leicht verwechselt werden mit anderen Kamille- bzw Pflanzenarten wie zB Hundskamille (leicht giftig- nicht verwenden), der römischen Kamille, der Färberkamille, dem Mutterkraut oder dem römischen Bertram. Achte diesbezüglich auf die Unterschiede, da nur die echte Kamille ihre volle Wirkung entfaltet (Bilder und Beschreibung der verschiedenen Pflanzenarten findest du im Internet!)

Spitzwegerich Blüten, Stängel und Blätter

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) – Atemwege & Wundheilung unterstützen

Deutscher Name: Spitzwegerich

Lateinischer Name: Plantago lanceolata (Plantaginaceae)


Herkunft & Vorkommen

Ursprünglich beheimatet in Europa und Nordasien, ist er heutzutage auf Wiesen, Wegrändern, Koppeln und Weiden weit verbreitet. Anspruchslos wie er ist, wächst er auf fast allen Böden, auch an trockenen oder verdichteten Stellen.

  

Traditionelle Verwendung

Seit der Antike ist er als Heilpflanze bekannt: innerliche Anwendung gegen Husten, Bronchitis, Magen-Darm-Reizungen und Durchfall; äußerlich bei kleinen Wunden, Insektenstichen, Ekzemen und Hautreizungen. Früher wurden Blätter direkt auf Wunden gelegt oder als Umschlag genutzt.


Wissenschaftlich belegte Wirkung

Enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Aucubin. Wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, wundheilend und schleimlösend. Unterstützt Atemwege, Verdauung und Hautregeneration.


Ernte & Lagerung

  • Pflanzenteile: Blätter
  • Erntezeit: Frühjahr bis Herbst, vor der Blüte für höchste Wirksamkeit
  • Erntehinweis: Nur gesunde, unbeschädigte Blätter verwenden, am besten von sonnigen Standorten
  • Lagerung: Schonend bei max. 40°C trocknen, luftdicht, dunkel aufbewahren
  • Vermeiden: Feuchte Lagerung, verschimmelte Blätter

Anwendung bei Pferden

  • Frische Blätter zerstoßen oder als Tee über das Futter
  • Lindert Husten, Bronchitis, Verdauungsprobleme, unterstützt Schleimhäute
  • Äußerlich bei Wunden, Ekzemen oder Insektenstichen
  • Dosierung: 20–30 g getrocknete Blätter pro Tag für ein durchschnittliches Pferd

Achtung / Vermeiden

  • Gut verträglich, kaum Nebenwirkungen bekannt
  • Nur gesunde Pflanzen verwenden, keine verschimmelten Blätter
  • Bei akuten Erkrankungen oder großen Wunden Tierarzt hinzuziehen

Verwechslungsgefahr:

Die typischen Verwechslungen wie Breitwegerich oder Giersch sind fast immer ungiftig, das Problem ist eher die falsche Wirkung


Brenesselpflanzen mit Wald im Hintergrund

Brennnessel – der Alleskönner unter den Heilkräutern für Pferde

Brennnessel (Urtica dioica) – Aktiviert Stoffwechsel und wirkt entzündungshemmend

Deutscher Name: Große Brennnessel 

Lateinischer Name: Urtica dioica (Urticaceae)


Herkunft & Vorkommen

Ursprünglich in Europa, Asien und Nordamerika heimisch, ist die Brennnessel heute weltweit verbreitet. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Böden, etwa an Waldrändern, Flussufern. In Europa ist sie sehr häufig zu finden. Für Heilzwecke wird sie sowohl wild gesammelt als auch gezielt kultiviert.

Traditionelle Verwendung

Die Brennnessel gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Menschheit. Traditionell wurde sie sowohl als Nahrungsmittel als auch als Heilmittel genutzt: innerlich zur Unterstützung der Nierenfunktion, bei Harnwegsbeschwerden und zur Entgiftung; äußerlich bei Hautproblemen und zur Förderung der Durchblutung. Junge Blätter fanden Verwendung in Suppen und Salaten, Samen wurden geröstet oder als stärkendes Tonikum eingesetzt.


Wissenschaftlich belegte Wirkung

Enthält Flavonoide, Phenolsäuren, Lignane, Gerbstoffe sowie Mineralstoffe. Wirkt entzündungshemmend, harntreibend, antioxidativ und immunstimulierend. Unterstützt Nierenfunktion, Stoffwechsel, Haut, Knochen sowie Leber- und Galleaktivität und kann antiallergische sowie schmerzlindernde Effekte haben.


Ernte & Lagerung:

  • Pflanzenteile: Kraut (Blätter und Stängel), auch Wurzel verwendbar
  • Erntezeit: Frühling bis Herbst, Hauptblütezeit Juni bis Oktober 
  • Erntehinweis: Junge, frische Triebe bevorzugen; Handschuhe tragen
  • Lagerung: Schonend trocknen, dunkel und luftdicht lagern
  • Vermeiden: Feuchte Lagerung oder verschimmelte Pflanzenteile

Anwendung bei Pferden

  • Frisch oder getrocknet über das Futter geben – getrocknet verliert sie ihre Brennwirkung 
  • Unterstützt Nierenfunktion und Entwässerung Fördert Leber- und Galleaktivität
  • Hilfreich beim Fellwechsel und bei Entschlackungskuren Kann entzündliche Prozesse bei Hufrehe oder Gelenkbelastung lindern
  • Dosierung: ca. 30–50 g getrocknetes Kraut pro Tag für ein Pferd mittlerer Größe

Achtung / Vermeiden

  • Nicht geeignet bei Ödemen infolge von Herz- oder Niereninsuffizienz
  • Aufgrund der starken harntreibenden Wirkung Dosierung beachten
  • Bei auffälligem Fressverhalten (starkes Verlangen nach frischer Brennnessel) mögliche Nierenprobleme abklären

Verwechslungsgefahr:

Die Brennnessel ist durch ihre typischen Brennhaare gut erkennbar, kann aber von Ungeübten mit taubnesselähnlichen Pflanzen verwechselt werden. Im Gegensatz zu Taubnesseln besitzt sie jedoch deutlich brennende Haare. Beim Sammeln immer auf die charakteristische Reaktion der Haut achten – und im Zweifel Pflanze bestimmen, bevor sie verfüttert wird.

Rosmarin (Salvia rosmarinus) – Kreislauf- und Verdauungsunterstützung für Pferde

Deutscher Name: Rosmarin (auch Brautkraut, Kranzenkraut, Weihrauchkraut)

Lateinischer Name: Salvia rosmarinus (Familie der Salbeigewächse, Salviaceae)


Herkunft & Vorkommen

Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommend (Spanien, Frankreich, Italien), wird es heute auch in den USA und anderen Ländern kultiviert. Anspruchslose, winterharte Pflanze, die in sonnigen Beeten, Balkonkisten oder Gewächshäusern gedeiht. Historisch hochgeschätzt in Ägypten, Griechenland und Rom als heilige, schützende Pflanze.

  

 

Traditionelle Verwendung

  • Stärkt Kreislauf und Herz
  • Unterstützt Verdauung, lindert Blähungen
  • Beruhigt Nerven, hilfreich bei Stress, Migräne, Verspannungen und Bauchkrämpfen
  • Äußerlich zur Hautpflege und als ätherisches Öl zur Muskelbelebung

Wissenschaftlich belegte Wirkung

  • Enthält ätherische Öle (Kampfer, Eucalyptol), Phenole, Thymol, Gerb- und Bitterstoffe, Flavone, Salicylate, Saponine
  • Wirkt adstringierend, entzündungshemmend, antibakteriell, fungizid, krampflösend und tonisierend
  • Unterstützt Magen-Darm-Funktion, reguliert Blutzucker, kann Insulinresistenz entgegenwirken

Ernte & Lagerung

  • Pflanzenteile: Blätter und Blüten
  • Erntezeit: Blüten März–April; Blätter ganzjährig (immergrüne Pflanze)
  • Erntehinweis: Nur gesunde, frische Blätter und vollständig geöffnete Blüten verwenden
  • Lagerung: Getrocknet dunkel und luftdicht aufbewahren; frische Blätter kurz nach Ernte verfüttern
  • Vermeiden: Schimmelige oder überlagerte Pflanzenteile

Anwendung bei Pferden

  • Blätter pur oder fein geschnitten unters Futter mischen, getrocknet als Tee aufgießen
  • Äußerlich: Ätherisches Öl (verdünnt) für Muskel- und Hautanwendung
  • Unterstützt Verdauung (Blähungen, Durchfall, Kotwasser) und Kreislauf
  • Dosierung: bis zu 30 g getrocknet oder 50 g frisch pro Tag für ein durchschnittliches Pferd; Ponys etwa die Hälfte
  • Kurweise 4–6 Wochen, bei Bedarf Pause einlegen

Achtung / Vermeiden

  • Nicht an tragende Stuten verfüttern (Wehen oder Aborte möglich)
  • Vor Turnieren Fütterungspause 48 Stunden einhalten (einige Wirkstoffe auf Dopingliste)
  • Ätherisches Öl nur verdünnt anwenden, vorher an kleiner Hautstelle testen

Besonderheiten

  • Schon im alten Ägypten und Mittelalter als Küchenkraut und Heilpflanze
  • Äußerlich zur Hautpflege und als Räucher- oder Schutzkraut traditionell genutzt

Verwechslungsgefahr:

Verwechslungsarten meist ungiftig, aber nicht auf dieselbe Weise wirksam.


Weißdorn (Crataegus spp.) – Herz & Kreislauf stärken

Deutscher Name: Weißdorn, Hagedorn, Heckendorn, Mehlbaum, Zaundorn

Lateinischer Name: Crataegus spp. (ca. 300 Arten, davon 22 in Europa)


Fundorte & Vorkommen

Weißdorn wächst vorwiegend in Europa, Nordamerika und Nordasien. Er bevorzugt sonnige Standorte, Hecken, Feld- und Waldränder. Weißdorn eignet sich gut als Hecke entlang von Paddocks oder Weidezäunen, da Pferde gerne an Sträucher knabbern und Spaziergänger ferngehalten werden.

  

Traditionelle Verwendung

Bereits in der Antike wurde Weißdorn zur Unterstützung der Herzfunktion, Förderung der Durchblutung und zur Stressminderung eingesetzt. In Hungerzeiten dienten die Früchte als Mehlersatz.


Wissenschaftlich belegte Wirkung

Weißdorn enthält über 150 Wirkstoffe, darunter OPC (oligomere Procyanidine), Quercetin,Terpenoide und Steroide. Diese Heilpflanze steigert die Herzmuskelkontraktion, weitet Herzkranzgefäße, unterstützt die Durchblutung und wirkt antioxidativ, entzündungshemmend sowie stressmindernd. Außerdem fördert er Herz und Kreislauf und kann daher bei altersbedingter Herzschwäche, Kreislaufproblemen oder Stresssituationen unterstützend eingesetzt werden.


Ernte & Lagerung

  • Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Früchte; selten auch Rinde
  • Erntezeit:
    • Blätter & Blüten: Mai bis Juni
    • Früchte: Herbst, reif und voll ausgebildet
  • Erntehinweis: Nur gesunde Pflanzen nutzen, Blätter und Blüten vorsichtig schneiden, Früchte nicht beschädigen
  • Lagerung: Trocken, dunkel, luftdicht; vor Feuchtigkeit und Schimmel schützen
  • Vermeiden: Nasse Lagerung, Sonnenlicht, lange unkontrollierte Aufbewahrung

Anwendung bei Pferden

  • Blätter und Blüten als Tee oder direkt über das Futter geben
  • Früchte können roh oder verarbeitet als Kompott/Marmelade verfüttert werden
  • Dosierung: Erwachsene Pferde ca. 20 g Blätter-Blüten-Mischung täglich, Ponys etwa die Hälfte
  • Unterstützt Herzleistung, Durchblutung, Kreislauf und kann Ödeme oder Kreislaufprobleme reduzieren

Achtung / Vermeiden

  • Wirkt  präventiv und unterstützend
  • Langfristige Wirkung erfordert Geduld (oft mehrere Wochen)
  • Bei bekannten Herzproblemen oder schweren Erkrankungen Tierarzt konsultieren
  • Gut verträglich, keine bekannten Neben- oder Wechselwirkungen

Verwechslungsgefahr:

Andere Weißdornarten oder auch die Apfelbeere können möglicherweise mit dem klassischen Weißdorn verwechselt werden. Diese sind aber ungiftig, sie können jedoch in größeren Mengen abführend wirken.


Löwenzahn (Taraxacum officinale) – Vielseitige Heilpflanze für Pferde

Deutscher Name: Löwenzahn (Pusteblume, Kuhblume, Hundeblume)

Lateinischer Name: Taraxacum officinale (Familie: Korbblütler / Asteraceae)


Fundorte & Vorkommen

Wächst fast überall: Wiesen, Weiden, Gärten, Straßenränder, lichte Wälder. Zeigt nährstoffreiche Böden an, besonders stickstoffreiche Flächen.

  

Traditionelle Verwendung

Blätter als Salat oder Futter, Wurzeln zur Unterstützung von Leber und Galle, Blütenstängel bei Hautproblemen oder Insektenstichen. Bei Pferden geschätzt für Verdauung und Stoffwechsel.


Wissenschaftlich belegte Wirkung

Enthält Bitterstoffe, Flavonoide, Inulin, Vitamine (A, B, C) und Mineralstoffe. Unterstützt Leber, Nieren, Stoffwechsel und wirkt harntreibend sowie entzündungshemmend.


Ernte & Lagerung

  • Blätter: Frühjahr bis Herbst, am besten vor Mittag bei trockenem Wetter
  • Wurzeln: Sommer ausgraben, vor der Blüte für maximalen Wirkstoffgehalt
  • Blüten: zur Vollblüte ernten, nur gesunde Pflanzen auswählen
  • Lagerung: getrocknet dunkel, luftdurchlässig und kühl, nicht in Plastiktüten aufbewahren

Anwendung bei Pferden

  • Frisch oder getrocknet ins Futter
  • Tee aus Wurzeln oder Blättern
  • Unterstützt Stoffwechsel, Fellwechsel, Leber und Haut

Achtung / Vermeiden

  • Pflanzen aus belasteten Böden (Straßenränder, Industrieflächen) meiden

Verwechslungsgefahr:

Es gibt anderer Pflanzenarten, die mit dem Löwenzahn verwechselt werden können, wie z.B. das Habichtskraut oder Ferkelkraut-diese sind aber ungiftig. Trotzdem ist es sinnvoll, geerntete Pflanzen vor Verabreichung zu überprüfen, da andere Pflanzen andere Wirkungen haben!


Salbei (Salvia officinalis) – Antiseptikum und Verdauungshilfe

Deutscher Name: Echter Salbei, Heilsalbei, Gartensalbei

Lateinischer Name: Salvia officinalis


Fundorte & Vorkommen

Ursprünglich mediterran, heute weit verbreitet in Gärten, auf sonnigen Hügeln und trockenen Böden. Der Salbei liebt kalkhaltige Böden und durchlässige Erde.

  

 

Traditionelle Verwendung

Innerlich bei Entzündungen von Mund, Rachen und Verdauung, äußerlich bei Hautproblemen und Wunden zB Mauke sowie bei kleinen Wunden und Entzündungen.


Wissenschaftlich belegte Wirkung

Enthält ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide. Salbei wirkt antiseptisch, entzündungshemmend, schweißhemmend, verdauungsfördernd und leicht krampflösend.


Ernte & Lagerung

  • Blätter: vor der Blüte Mai–Juni, zweite Ernte September möglich
  • Blüten: nur bei Bedarf
  • Erntehinweise: trockenes Wetter, Vormittag
  • Lagerung: luftdicht, dunkel und trocken, Licht und Feuchtigkeit vermeiden

Anwendung bei Pferden

  • Tee als Waschung oder Umschlag bei Hautproblemen
  • Frisch zerrieben auf kleine Wunden
  • Getrocknet ins Futter zur Verdauungsförderung

Achtung / Vermeiden

  • Tragenden oder laktierenden Stuten nicht in größeren Mengen verabreichen
  • Bei Allergien gegen Lippenblütler meiden

Verwechslungsgefahr:

Es gibt andere Pflanzen wie Wiesensalbei, Ziest, Melisse usw die dem Salbei etwas ähnlich sehen, aber andere Wirkungen haben.

Generell gilt bei Wildsammlungen immer: Wenn du dir in der Pflanzenbestimmung unsicher bist, wende dich zwecks Bestimmung an eine fachkundige Person oder nimm doch einmal an einer Kräuterwanderung teil – dort werden die Merkmale anschaulich erklärt und gezeigt!

Wichtige Kombinationsregeln:


 Sinnvolle Kombinationen:

  • Verdauung: Kamille + Fenchel + Pfefferminze

  • Atemwege: Thymian + Spitzwegerich + Salbei

  • Stoffwechsel/Entgiftung: Brennnessel + Löwenzahn

  • Bewegungsapparat: Ingwer + Teufelskralle

Problematische Kombinationen:

  • Mehrere stark ätherische Kräuter hochdosiert → Magenreizungen

  • Mehrere entwässernde Kräuter → Dehydrierung

  • Sedierende Kräuter mischen → unerwünschte Müdigkeit

Generelle Kontraindikationen - Vorsicht!!

  • Tragende oder laktierende Stuten
  • Fohlen (empfindlicher Stoffwechsel!)
  • Dauerfütterung ohne Pause ( Kräuter für Pferde sind kurweise anzuwenden!)
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten (zB. Schmerzmittel)
  • Pferde mit Leber- oder Nierenerkrankungen

Wichtiger Praxis-Tipp für die Anwendung von Kräutern bei Pferden:


Natürlich heißt nicht automatisch sicher!


Die Wirkung der Kräuter beruht auf bioaktiven Inhaltsstoffen, die ähnlich wie Medikamente wirken können!

Deshalb gilt:

  • Immer genau dosiert und nur  kurweise füttern (meist 2–6 Wochen)
  • Bei Erkrankungen Tierarzt, Tierheilpraktiker, Phytotherapeuten einbeziehen!


 Grundregeln für alle Mischungen:

  •  Dosierung:

    Großpferd (~600 kg): 20–50 g/Tag

    Pony: der Körpergröße und dem Gewicht entsprechend anpassen

  • Dauer

    Akut: 1–3 Wochen

    Chronisch: 4–8 Wochen 

  • Fütterung

    trocken oder leicht angefeuchtet

    besser aufgenommen: als Tee (bei Atemwegen/Magen)

Wann du deinem Pferd Kräuter NICHT geben solltest:

  • Unklare akute Erkrankung

  • Fieber
  • starke Kolik

  • tragende Stuten (bei vielen Kräutern kritisch)

  • parallel zu Medikamenten ohne Absprache

11. Pferde-Kräuterbar JA oder NEIN?

So baust du eine gute Kräuterbar für Pferde auf:


Eine Kräuterbar für Pferde ist nicht nur eine schöne Bereicherung im Stallalltag, sie leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Wohlbefinden der Tiere. 

Damit deine Kräuterbar sinnvoll und sicher gestaltet ist, solltest du ein paar grundlegende Dinge beachten.


Weniger ist mehr: Die richtige Auswahl!


Du brauchst keine unendliche Vielfalt. Im Gegenteil: Wenn du deinem Pferd Kräuter anbietest, ist eine Auswahl von fünf bis sieben verschiedenen Kräutern völlig ausreichend. 


Der richtige Platz entscheidet!



Achte darauf, die Kräuterbar an einem ruhigen, stressfreien Ort einzurichten. Pferde sollten in entspannter Atmosphäre fressen können, ohne Konkurrenzdruck oder Ablenkung. Wichtig ist auch, die Kräuter nicht direkt neben dem Heu zu platzieren – sonst wird oft wahllos gefressen, anstatt bewusst ausgewählt.


Beobachtung ist der Schlüssel!


Ein wichtiger Teil einer Kräuterbar ist nicht nur das Angebot, sondern auch deine Aufmerksamkeit.

Beobachte genau, wie sich dein Pferd verhält:

Frisst es plötzlich sehr große Mengen von einem bestimmten Kraut, kann das ein Hinweis auf ein Ungleichgewicht oder ein gesundheitliches Problem sein.

Verweigert es alle Kräuter, könnte das bedeuten, dass aktuell kein Bedarf besteht – oder im ungünstigen Fall, dass etwas nicht stimmt.

Diese Signale zu erkennen und richtig einzuordnen, ergänzt den Mehrwert einer Kräuterbar.


Wichtige Sicherheitshinweise:


So sinnvoll eine Kräuterbar sein kann – sie ist nicht für jedes Pferd und jede Situation geeignet. Verzichte darauf oder halte unbedingt Rücksprache mit Fachleuten, wenn du Bedenken hast.


Fazit:


Eine gut aufgebaute Kräuterbar ist eine wunderbare Möglichkeit, deinem Pferd mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen und gleichzeitig wertvolle Hinweise auf seinen Gesundheitszustand zu bekommen. Mit einer durchdachten Auswahl, dem richtigen Standort und aufmerksamer Beobachtung schaffst du eine natürliche und bereichernde Ergänzung im Alltag deines Pferdes.

11.1 Geeignete Kräuter für die Kräuterbar


Verdauung & Magen

🌿 Kamille → beruhigt Magen & Darm

🌿 Fenchel → gegen Blähungen

🌿 Anis → krampflösend

🌿 Kümmel → unterstützt Verdauung


Atemwege

🌿 Spitzwegerich → schützt Schleimhäute

🌿 Thymian → schleimlösend (sparsam!)


 Stoffwechsel & Entgiftung

🌿 Brennnessel → mineralstoffreich

🌿 Löwenzahn → Leber & Galle

🌿 Birkenblätter → mild entwässernd


 Haut & Immunsystem

🌿 Ringelblume → entzündungshemmend

🌿 Hagebutte → Vitamin C, Immunsystem


 Beruhigung 

🌿 Melisse → entspannend

🌿 Lavendel → stresslindernd

 

Kräuter, die NICHT in eine freie 

Kräuterbar gehören:

Diese sind zu stark oder riskant 

bei Selbstbedienung:

❌ Teufelskralle (zu stark, dopingrelevant)

❌ Weidenrinde (wie Aspirin)

❌ Salbei (hormonell wirksam, begrenzen)

❌ Johanniskraut (photosensibilisierend)

❌ stark ätherische Kräuter in großen

Mengen

12. Probleme bei Kräutern aus kommerzieller Herkunft

12.1 Häufige Schadstoffe in Kräutern für Pferde

Kräuter gelten oft als natürliche und damit automatisch sichere Ergänzung in der Pferdefütterung. Doch gerade bei Produkten aus kommerzieller Herstellung lohnt sich ein genauer Blick. Denn je nach Herkunft, Verarbeitung und Lagerung können Kräuter mit verschiedenen Schadstoffen belastet sein, die sich langfristig negativ auf die Gesundheit von Pferden auswirken.

Pflanzenschutzmittel

Ein häufiges Problem sind Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Dazu zählen unter anderem Herbizide wie Glyphosat oder verschiedene Insektizide, die beim Anbau eingesetzt werden. Diese Stoffe können auch nach der Ernte noch in den Kräutern enthalten sein. Für Pferde bedeutet das eine zusätzliche Belastung für Leber und Stoffwechsel, und auch die empfindliche Darmflora kann dadurch aus dem Gleichgewicht geraten. Besonders betroffen ist oft importierte Massenware sowie stark nachgefragte Kräuter wie Pfefferminze oder Kamille.

Schwermetalle

Neben Pestiziden spielen auch Schwermetalle eine wichtige Rolle. Stoffe wie Blei, Cadmium, Arsen oder Quecksilber gelangen über belastete Böden in die Pflanzen. Häufig stammen solche Verunreinigungen aus Industrie- oder verkehrsreichen Regionen. Das Problem dabei ist, dass sich Schwermetalle im Körper anreichern und über längere Zeit hinweg zu ernsthaften Organschäden führen können, ohne dass die Belastung sofort sichtbar wird.

Schimmel und Mykotoxine

Ein weiteres Risiko geht von Schimmel und sogenannten Mykotoxinen aus. Dabei handelt es sich um giftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, wie beispielsweise Aflatoxine. Sie entstehen vor allem dann, wenn Kräuter nicht korrekt getrocknet oder unter zu feuchten Bedingungen gelagert werden. Für Pferde können diese Gifte besonders schädlich sein, da sie die Leber angreifen und unter anderem Koliken oder Leistungseinbrüche begünstigen.

Natürliche Pflanzengifte

Auch natürliche Pflanzengifte können in Kräutermischungen vorkommen, etwa in Form von Pyrrolizidinalkaloiden. Diese gelangen meist unbeabsichtigt in die Ernte, wenn sogenannte Beikräuter mitgeschnitten werden. Ein bekanntes Beispiel ist das Jakobskreuzkraut. Die enthaltenen Stoffe gelten als stark leberschädigend und stellen daher ein ernstzunehmendes Risiko dar, insbesondere bei regelmäßiger Aufnahme.

Mikrobielle Belastung

Nicht zuletzt kann auch die mikrobielle Belastung ein Problem sein. Dazu zählen Bakterien wie Salmonellen sowie Hefen, die sich vor allem bei mangelhafter Hygiene während der Ernte oder Verarbeitung vermehren können. Solche Verunreinigungen sind nicht immer sichtbar, können aber die Gesundheit des Pferdes erheblich beeinträchtigen.

All diese Faktoren zeigen, dass „natürlich“ nicht automatisch „unbedenklich“ bedeutet. Wer Kräuter für Pferde verwendet, sollte daher besonders auf Qualität, Herkunft und Verarbeitung achten, um mögliche Risiken so gering wie möglich zu halten.

12.2 Herkunft: Worauf man achten sollte, wenn man Kräuter für Pferde kauft

Wichtig: Es geht nicht pauschal um „gut vs. schlecht“ und schon garnicht um ein Länderbashing, sondern um typische Risiken aufgrund von Produktionsbedingungen und Kontrollen. 

Viele Länder , vor allem Nicht-EU Länder, haben geringere Qualitätsvorschriften, und gerade weil Kräuter den Organismus auf gesunde Weise unterstützen sollen, und wir ihm nicht noch zusätzliche Entgiftungsleistungen zumuten wollen, ist es wichtig von unbedachten günstigen Internetkäufen abzusehen.

China

Ein großer Teil der weltweit gehandelten Kräuter stammt aus Ländern wie China. Als einer der wichtigsten Exporteure bietet das Land eine enorme Bandbreite – von hochwertiger Ware bis hin zu Produkten mit problematischen Rückständen. Insbesondere Pestizidbelastungen können hier ein Thema sein, wobei die Qualität stark von der jeweiligen Lieferkette abhängt.

Indien

Auch Indien ist ein bedeutender Produzent von Kräutern. Allerdings werden hier immer wieder mikrobiologische Belastungen festgestellt, etwa durch Bakterien oder Hefen. In bestimmten Regionen können zudem erhöhte Schwermetallwerte auftreten, die sich negativ auf die Unbedenklichkeit der Produkte auswirken

Ägypten

Ägypten ist vor allem für den Export von Kräutern wie Kamille bekannt und spielt eine wichtige Rolle auf dem internationalen Markt. Dennoch kommt es auch hier gelegentlich zu Belastungen, beispielsweise durch Pestizide oder Keime, was eine sorgfältige Auswahl umso wichtiger macht.

Balkan

In Ländern wie Albanien und Bulgarien stammt ein großer Teil der Kräuter aus Wildsammlung. Das kann zwar naturnah und hochwertig sein, birgt aber auch Risiken. Verunreinigungen durch unerwünschte Beikräuter – etwa solche, die Pyrrolizidinalkaloide enthalten – sind hier nicht auszuschließen.

D, AUT, CH

Demgegenüber gelten Kräuter aus Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz tendenziell als sicherer, vorausgesetzt, es wird auf eine gute Qualitätssicherung geachtet. Strengere Kontrollen, transparente Lieferketten und höhere Standards in Anbau und Verarbeitung sorgen hier oft für mehr Verlässlichkeit.

Letztlich zeigt sich: Nicht das Herkunftsland allein entscheidet über die Qualität, sondern das Zusammenspiel aus Anbau, Kontrolle und Verarbeitung. Dennoch kann die Herkunft ein wertvoller Hinweis darauf sein, wie genau man bei der Auswahl hinschauen sollte.

12.3 Wichtiger Punkt: Herkunft allein reicht nicht!

Die Herkunft eines Krauts kann ein erster Hinweis auf seine Qualität sein – entscheidend ist sie jedoch nicht. Ein Kraut aus China kann unter strengen Kontrollen produziert und von hoher Reinheit sein, während ein Produkt aus Deutschland durchaus verunreinigt, falsch verarbeitet oder unsachgemäß gelagert sein kann. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen und sich nicht allein auf das Herkunftsland zu verlassen.

Was wirklich zählt, ist die Qualitätssicherung entlang der gesamten Lieferkette. Dazu gehören transparente Kontrollen, verlässliche Analysen und eine sorgfältige Verarbeitung. Nur wenn diese Faktoren stimmen, kann ein Kraut seine positive Wirkung entfalten, ohne unnötige Risiken mit sich zu bringen.

Auch ohne Labor lässt sich bereits viel mit den eigenen Sinnen beurteilen.

Hochwertige Kräuter erkennt man oft an ihrem aromatischen, frischen Geruch – keinesfalls sollten sie muffig oder abgestanden riechen. Die Farbe wirkt im Idealfall natürlich und lebendig, nicht grau oder ausgebleicht. 

Zudem ist die Struktur ein wichtiger Hinweis: Gute Kräuter sind in ihrer Form noch erkennbar und nicht zu feinem, staubigem Pulver zerfallen.


Es gibt aber auch klare Warnsignale, bei denen man skeptisch werden sollte:


Ein ungewöhnlich niedriger Preis kann auf minderwertige Ware hindeuten, ebenso wie eine stark staubige Konsistenz oder ein unangenehm muffiger Geruch. Fehlt zudem eine klare Angabe zur Herkunft, ist Vorsicht geboten.

Für die Praxis bedeutet das: Weniger ist oft mehr. Es ist sinnvoller, eine kleinere Auswahl an Kräutern in hoher Qualität zu füttern, als viele verschiedene in fragwürdiger Beschaffenheit.

Im Zweifel sollte man nicht zögern, beim Anbieter gezielt nach Laboranalysen zu fragen. Transparenz ist hier ein gutes Zeichen – und letztlich der beste Schutz für die Gesundheit des Pferdes.

Die richtige Auswahl an Kräutern kann einen großen Unterschied für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Pferdes machen. Doch worauf solltest du beim Kauf achten? Mit diesen einfachen Tipps kannst du hochwertige Kräuter schnell erkennen – und Fehlkäufe vermeiden.

Verschiedene Kräuter inden Händen darunter liegt ein Mörserstab auf dem Tisch

12.4. Die drei wichtigsten Schnelltests damit dein Pferd Kräuter von guter Qualität bekommt

Der Geruchstest ist eigentlich der wichtigste Schritt: Reibe das Kraut leicht zwischen den Fingern und rieche daran. Wenn die Qualität gut ist, entfaltet sich ein klarer, typischer Duft – bei Pfefferminze zum Beispiel frisch und angenehm nach Menthol, ohne in der Nase zu stechen.

Riecht das Kraut dagegen muffig, ist das ein Warnzeichen für mögliche Schimmelbildung.

Ein staubiger oder „alter“ Geruch deutet darauf hin, dass die Wirkstoffe bereits abgebaut sind und das Kraut an Qualität verloren hat. Wenn dir ein chemischer Geruch auffällt, solltest du ebenfalls vorsichtig sein, denn das kann auf Rückstände oder Verunreinigungen hindeuten.

Beim Farbtest schaust du dir das Kraut einfach genau an. Gute Qualität erkennst du an einer natürlichen, kräftigen Farbe: Kamille sollte zum Beispiel schön gelblich wirken, während Brennnessel ein sattes Grün zeigt.

Wirkt das Kraut hingegen grau, bräunlich oder insgesamt verblasst, ist das meist ein Zeichen dafür, dass es alt ist oder nicht richtig gelagert wurde. Als einfache Faustregel gilt: Je farbloser ein Kraut erscheint, desto „toter“ ist es in der Regel – und desto weniger Wirkstoffe sind noch enthalten.

Beim Strukturtest überprüfst du, wie das Kraut aufgebaut ist und ob du noch erkennst, woraus es eigentlich besteht. Gute Qualität zeigt sich daran, dass Blätter, Blüten oder Stängel noch klar zu unterscheiden sind – das Kraut wirkt also „lebendig“ und nicht völlig zerfallen.

Wenn dagegen viel feiner Staub dabei ist, spricht das oft für alte oder minderwertige Ware, die beim Lagern oder Transport stark zerbröselt ist. Auch auffällig viele Fremdteile deuten auf eine Verunreinigung hin und sind ein Zeichen dafür, dass bei der Verarbeitung nicht sauber gearbeitet wurde.

Der Feuchtigkeitstest ist ganz einfach: Nimm eine kleine Handvoll Kräuter und drücke sie leicht zusammen. Bei guter Qualität lösen sie sich danach wieder locker und fallen auseinander – das zeigt, dass sie richtig getrocknet sind.

Bleiben sie hingegen in Klumpen zusammen, ist das ein Hinweis darauf, dass noch zu viel Feuchtigkeit enthalten ist. Das erhöht das Risiko für Schimmel und spricht gegen eine gute Lagerung und/oder Verarbeitung.

Was du NICHT erkennen kannst:

  • Pestizide

  • Schwermetalle
  • Keime

Deshalb: Sichtprüfung + vertrauenswürdige Quelle kombinieren!

Setze bevorzugt auf grob geschnittene Kräuter. Sie sind meist weniger verarbeitet und behalten dadurch mehr ihrer natürlichen Inhaltsstoffe.


Achte außerdem auf eine klare Herkunftsangabe – Transparenz ist ein gutes Zeichen für Qualität.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Kaufe lieber kleinere Mengen.

So stellst du sicher, dass die Kräuter frisch bleiben und ihre Wirkung optimal entfalten können


Sei skeptisch bei extrem günstigen Angeboten.

Qualität hat ihren Preis – stark reduzierte Ware kann ein Hinweis auf mindere Qualität oder alte Bestände sein.


Auch bei pulverisierten Mischungen solltest du genauer hinschauen. Oft lässt sich hier kaum nachvollziehen, was tatsächlich enthalten ist.

Ähnliches gilt für anonyme Online-Angebote, bei denen wichtige Informationen zur Herkunft oder Verarbeitung fehlen.


Pferde haben oft ein erstaunlich gutes Gespür dafür, was ihnen guttut. Biete deinem Pferd verschiedene Kräuter an und beobachte sein Verhalten:

  • Hochwertige Kräuter werden häufig neugierig beschnuppert und direkt gefressen
  • Weniger geeignete Kräuter werden eher stehen gelassen oder nur zögerlich aufgenommen

Eine kleine Einschränkung: Sehr bittere Kräuter werden manchmal trotz guter Qualität gemieden. Außerdem kann ein unausgewogenes Fütterungsverhalten dazu führen, dass dein Pferd nicht immer die beste Wahl trifft.

13. 4-Jahreszeiten Kräuter für Pferde

 Frühling – Stoffwechsel & Entgiftung- die richtigen Naturheilmittel für Pferde finden:


Welche Kräuter für Pferde im Frühjahr geeignet sind:

  • Fellwechsel → hoher Nährstoffbedarf

  • Stoffwechsel fährt hoch

  • „Winterrückstände“ (alte Stoffwechselendprodukt) werden abtransportiert

Besonders gefordert:

  • Leber

  • Nieren

  • Haut

Welche Kräuter für Pferde jetzt wichtig sind

  • 🌿 Brennnessel → mineralstoffreich, stoffwechselanregend

  • 🌿 Löwenzahn → Leber & Galle

  • 🌿 Birkenblätter → Nierenanregung

  • 🌿 Mariendistel → Leberschutz

Warum diese Kombination? → unterstützt die „Entgiftungsorgane“ beim Übergang von Winter zu Weide

Sommer – Kreislauf, Haut & Atemwege- und welche Heilkräuter Pferde in dieser Jahreszeit unterstützen können


Was passiert?

  • Hitze → Kreislaufbelastung

  • Insekten → Hautstress

  • Staub → Atemwege

Besonders gefordert:

  • Haut

  • Lunge

  • Kreislauf

Typische Probleme:

  • Ekzem

  • Husten

  • Leistungsabfall bei Hitze

Welche Kräuter für Pferde jetzt wichtig sind:

  • 🌿 Hagebutte → Immunsystem

  • 🌿 Spitzwegerich → Atemwege

  • 🌿 Ringelblume → Haut

  • 🌿 Melisse → beruhigt (auch bei Stress/Hitze)

Herbst – Immunsystem & Vorbereitung auf Winter- welche Heilpflanzen Pferde gut auf den Winter vorbereiten


Was passiert?

  • Fellwechsel (zweite Phase)

  • weniger Bewegung

  • Immunsystem wird gefordert

Besonders gefordert:

  • Immunsystem

  • Lunge

  • Stoffwechsel

Typische Probleme:

  • Infektanfälligkeit

  • erste Atemwegsprobleme

 Welche Kräuter für Pferde jetzt wichtig sind:

  • 🌿 Thymian → antibakteriell

  • 🌿 Salbei → Atemwege

  • 🌿 Hagebutte → Vitamin C

  • 🌿 Echinacea → Immunmodulation

Winter – Verdauung & Bewegungsapparat- Naturheilmittel für Pferde in der kalten Jahreszeit

Was passiert?

  • mehr Heu, weniger Bewegung
  • Kälte → erhöhter Energiebedarf

Besonders gefordert:

  • Verdauung
  • Gelenke
  • Durchblutung

Typische Probleme:

  • Kolikneigung
  • Steifheit
  • schlechter Stoffwechsel

Welche Kräuter für Pferde jetzt wichtig sind

  • 🌿 Fenchel → Verdauung
  • 🌿 Kümmel → gegen Blähungen
  • 🌿 Ingwer → durchblutungsfördernd
  • 🌿 Hagebutte → Gelenke & Immunsystem

Ingwer (ebenfalls empfehlenswert ist auch Zimt) -  haben beide einen wärmenden Effekt!

14. Wie komme ich noch an gute Heilkräuter für Pferde?

14.1 Kräuter für Pferde: Welche Wildkräuter du beim Spaziergang entdecken kannst

Die Natur bietet eine beeindruckende Vielfalt an Kräutern für Pferde, die sich direkt am Wegesrand finden lassen. Wer regelmäßig mit seinem Pferd draußen unterwegs ist, kann viele dieser Pflanzen entdecken und sinnvoll nutzen. Schon ein grundlegendes Wissen über einige wenige Kräuter reicht aus, um die Fütterung auf natürliche Weise zu ergänzen.

Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, welche Pflanzen in deiner Umgebung wachsen – und welche deinem Pferd guttun können.

14.2 Wildkräuter für Pferde erkennen und gezielt einsetzen

Je nach Jahreszeit und Region findest du unterschiedliche Pflanzen mit wertvollen Eigenschaften. Häufig begegnen dir Beifuß, Walnussblätter oder wilder Meerrettich. Diese Kräuter werden traditionell gesammelt, getrocknet und insbesondere im Herbst eingesetzt, beispielsweise als natürliche Unterstützung im Rahmen von Wurmkuren.


Hagebutten sind ebenfalls weit verbreitet und leicht zu erkennen. Sie werden gerne gefressen und nicht nur als kleine Belohnung genutzt. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe können sie bei leichten arthrotischen Beschwerden unterstützend wirken und liefern zudem hochwertige pflanzliche Öle. Damit sie haltbar bleiben, sollten sie nach dem Sammeln gründlich getrocknet werden.


Brennnesseln wachsen oft in großen Beständen und eignen sich hervorragend zur Weiterverarbeitung. Getrocknet verlieren sie ihre brennenden Eigenschaften und können dann problemlos gefüttert werden. Besonders im Fellwechsel werden sie geschätzt, da sie die Nierenfunktion anregen und den Stoffwechsel unterstützen können. Viele Pferde bedienen sich dabei ganz selbstständig, wenn ihnen Bündel zur Verfügung stehen.

Auch die Schafgarbe hat einen festen Platz unter den klassischen Kräutern für Pferde. Sie gilt als vielseitig einsetzbar und kann sowohl die Leber als auch den Darm unterstützen. Durch diese Wirkung wird indirekt auch das Immunsystem entlastet. Vor allem in den Wintermonaten wird sie häufig gerne aufgenommen.

14.3 Kräuter für Pferde einfach selbst anbauen

Wie bereits oben erwähnt hat sich die Anlage eines Hochbeets als „Kräuterbar“ in Offenställen bewährt, hier können sich die Pferde nach Bedarf selbst bedienen. Dabei sollte das Hochbeet mit einem Gitter abgedeckt werden, sodass die Pflanzen nicht bis zur Erde abgefressen werden können. Die Pferde können die überstehenden Kräuterteile abknabbern und die Pflanze hat die Möglichkeit, sich unter dem Gitter immer wieder zu erholen. 

14.4 Pferde und ihr natürliches Gespür für Kräuter

Wenn Pferde die Möglichkeit haben, verschiedene Kräuter selbst auszuwählen, zeigen sie oft ein erstaunlich gutes Gespür für ihre Bedürfnisse. Häufig werden passende Pflanzen zunächst aufmerksam beschnuppert und anschließend gezielt gefressen, während andere eher gemieden werden.

Diese Beobachtungen können wertvolle Hinweise liefern. Nicht selten wählen Pferde bestimmte Kräuter bereits dann aus, wenn sich ein Ungleichgewicht im Körper entwickelt – noch bevor erste sichtbare Anzeichen auftreten. Gleichzeitig sollte man berücksichtigen, dass der Geschmackssinn auch durch Fütterungsgewohnheiten beeinflusst werden kann.

Mann geht auf einem Feldweg mit dem Pferd spazieren, dahinter läuft ein Hund

14.5 Kräuterspaziergänge bewusst nutzen

Gehe doch öfter mal mit deinem Pferd spazieren und lass es selbst auswählen, woran es gerade knabbern mag. Aber achte darauf, dass das Pferd keine längere Fresspause hinter sich hat und deshalb alles wahllos verschlingen würde, nur um etwas in den Magen zu bekommen.

Beobachte während eures Ausfluges, welche Kräuter, oder Pflanzenarten dein Pferd auswählt, damit du ein Gefühl dafür bekommst, wo vielleicht ein Mangel vorliegen könnte und was es gerne frisst. Diese Beobachtungen können sehr hilfreich sein, auch um bereits im Vorfeld dem Entstehen von Krankheiten entgegenzuwirken. Oft nehmen Pferde  bestimmte Pflanzen schon auf, bevor sich die ersten Symptome zeigen, da sie intuitiv spüren, was sie benötigen.

Vermeide es, dein Pferd in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen grasen bzw nach Kräutern suchen zu lassen, da davon auszugehen ist, dass diese auf unterschiedliche Weise belastet sind.

14.6 Qualität und Sicherheit beim Sammeln

Beim Sammeln von Kräutern für Pferde ist die Umgebung entscheidend. Pflanzen sollten nur dort gepflückt werden, wo sie möglichst unbelastet wachsen. Bereiche entlang stark befahrener Straßen oder intensiv genutzter landwirtschaftlicher Flächen sind ungeeignet, da die Kräuter dort mit Schadstoffen belastet sein können.

14.7 Fazit: Kräuter für Pferde natürlich und sinnvoll nutzen

Kräuter lassen sich einfach in den Alltag integrieren und bieten eine wertvolle, natürliche Ergänzung zur Fütterung. Wer beginnt, sich mit den Pflanzen in seiner Umgebung auseinanderzusetzen, entdeckt schnell, wie vielfältig die Möglichkeiten sind.

Durch bewusstes Sammeln, richtiges Trocknen und aufmerksames Beobachten kann man Kräuter für Pferde gezielt einsetzen und so das Wohlbefinden, den Stoffwechsel und die Gesundheit des Pferdes auf natürliche Weise unterstützen.

15. Und last but not least -> Heilung braucht Zeit

Ein vorschnelles Urteil über Kräuteranwendungen im Sinne von:


Das habe ich schon ausprobiert – das hilft nicht


wird häufig viel zu schnell gefällt.


So bleibt den wertvollen Kräutern kaum eine echte Chance, ihre Wirkung zu entfalten.

Da Kräuteranwendungen darauf abzielen, Ursachen ganzheitlich anzugehen, und idealerweise in periodischen Abständen immer wieder angewendet werden, lassen sie sich nicht mit dem einmaligen „schnellen Griff zur Tablette“ vergleichen.


Dennoch zeichnet sich ein klarer Trend in Richtung mehr Natürlichkeit ab:

Die Zeit scheint gekommen, in der wir uns wieder auf das Wesentliche besinnen –

weg von „höher, schneller, weiter“ hin zu „langsamer, echter, tiefer“.

Den Blick auf unsere tatsächlichen Bedürfnisse zu richten und uns die nötige Zeit für Heilung und ech tes Wohlbefinden zu nehmen – genau das ist es, wonach wir uns im Innersten sehnen.

Und dieses wertvolle Geschenk dürfen wir auch unseren Pferden machen!

Ein Tierarztbesuch kann schnell mehrere hundert Euro kosten – besonders dann, wenn erste Anzeichen übersehen werden oder dein Pferd erst spät Unterstützung bekommt.

Mit einer individuell abgestimmten Kräuterapotheke hast du die Möglichkeit, dein Pferd von Anfang an natürlich zu begleiten und seine Gesundheit und sein Wohlbefinden gezielt zu stärken.

Setze auf natürliche Vorsorge statt spätes Reagieren- unterstütze Gesundheit, Immunsystem und Wohlbefinden auf sanfte Weise– zu 100 % natürlich und praxiserprobt

FAQ - Du hast noch offene Fragen?

Kann ich bestimmte Kräuter für Pferde auch über einen längeren Zeitraum einsetzen?

Pferden Kräuter über einen langen Zeitraum zuzuführen, ist nicht sehr sinnvoll, oder kann sogar schaden. Auch in der Natur stehen Wildpferden die gleiche Kräuterart nicht ganzjährig zur Verfügung

Was tun, wenn mein Pferd Kräuter ablehnt?

Wenn dein Pferd Kräuter ablehnt, versuche es in ganz kleinen Mengen langsam daran zu gewöhnen, damit sich der Geschmack langsam umstellt, das braucht ein bisschen Zeit, also nur nicht aufgeben!

Heilkräuter für Pferde über amazon kaufen?

Natürlich ist der kleine Kräutershop um die Ecke die bessere Wahl, aber es gibt auch auf amazon sehr gute Hersteller, dann aber bitte genau lesen, woher kommen, die Kräuter für Pferde, Rezensionen usw

Pflanzliche Unterstützung fürs Pferd, immer die richtige Wahl?

Zumindest als Begleittherapie können Kräuter Pferde gut unterstützen, wenn du dir unsicher bist, dann immer eine fachlich qualifizierte Person zuziehen

Kräuter fürs Pferd , auch ganz ohne Symptome?

In der Natur nehmen Pferde Kräuter ganz natürlich zu sich, sie ergänzen den Speiseplan eines Pferdes auf sehr wertvolle Weise

Heilkräuter für Pferde in der Natur sammeln, auch wenn ich in der Nähe einer großen Stadt lebe?

Wenn du die Kräuter für Pferde nicht direkt neben vielbefahrenen Straßen sammelst, sondern etwas außerhalb, vielleicht in Waldnähe oder einem verkehrsberuhigten Erholungsgebiet, dann ja.

Kräuterapotheke Pferd- selbst herstellen, auch wenn ich wenig Zeit habe?

JA auch das ist möglich, weil viele Rezepturen nur kurze Zeit benötigen

Die richtigen Heilkräuter für Pferde finden, auch ohne Kräuterwissen?

Du kannst dein Pferd beim nächsten Spaziergang ja schon mal selber suchen lassen, und einfach nur mal beobachten!

Wenn mein Pferd Kräuter einer bestimmten Art generell meidet, was ist zu tun?

Wenn dein Pferd Kräuter sonst gerne frisst, nur bestimmte Kräuter eben nicht, dann mit diesen Kräutern einfach mal gut sein lassen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten.

Kräuter für Pferde, wie lange haltbar?

Das kann man so generell leider nicht beantworten, weil es zu unterschiedlich ist, aber je eher du sie verwendest, desto mehr Wirkstoffe sind noch enthalten.

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